V E R C H E E R T

ein visuelles Spektakel über das Entstehen der Bilder, Licht
und Schatten, Illusion und Täuschung

mit Gubcompany, Cortis&Sonderegger www.ohnetitel.ch 

Uraufführung Samstag 15. Mai 20:00 Uhr // weitere Vorstellung  16. Mai 2021 14:00 Uhr
im Fabriktheater Rote Fabrik, Zürich

Empfohlen ab 8 Jahren

17./18./19.05 und 20.05. 10.00 Uhr (Schulvorstellungen)

Was ist richtig?

Wenn Bilder plötzlich Kopf stehen?

Wenn sie plötzlich unscharf werden?

Idee: Heinz Gubler
Konzept/Regie/Dramaturgie: Christine Rinderknecht/ Heinz Gubler und Ensemble
Live-Szenographie: Adrian Sonderegger/Jojakim Cortis – Fotografen des Jahres 2019
Performerinnen: Vera Bommer, Maria Rebecca Sautter
Licht: Hansueli Trüb
Theaterpädagogik: Pierina Bernetta / Auge von aussen: Benno Muheim
Produktionsleitung: Roland Amrein

Vercheert, basiert auf einer Recherche BRICOLAGE im Fabrikpalast Aarau. Im Sommer 2019 hat Gubcompany das Zürcher Fotografenduo Cortis&Soneregger, TwoF2 aus Wien(Performance für Kinder und Jugendliche) und die Schauspielerin Maria Rebecca Sautter eingeladen, visuelle Experimente im Zusammenhang mit Performance zu untersuchen und auszuprobieren. Dabei entstand die Idee, mit einer Camera Obscura auf der Bühne zu arbeiten. Eine Camera Obscura projiziert auf dem Kopf stehende Bilder, dieses Phänomen wurde titelgebend für die Produktion «vercheert».
Beschrieb
Eine grosse Kartonkiste, Klebeband, Bohrmaschine und Licht im Inneren der Kiste, Transparentpapier, ein Brillenglas, schon sehen wir ein projiziertes Bild, das auf dem Kopf steht. Im Inneren der Kiste steht die Welt scheinbar Kopf. Zwei Fotografen und zwei Performerinnen entwickeln auf der Bühne ein irritierendes Spiel um die Fragen, was sehe ich, wenn ich sehe, was ist richtig – oder leben wir nicht die ganze Zeit in einer verkehrten Welt?
Zurück zum Analogen – in Zeiten der massenhaften Klicks, mit denen Bilder festgehalten werden, geht Gubcompany mit Cortis&Sonderegger einen Schritt zurück und zeigt die Anfänge der Fotografie, wie ein Bild entsteht. Gerade für Kinder kann das Erleben, wie ein Bild aus dem Nichts auftaucht, schärfer wird, grösser, kleiner von besonderer Bedeutung sein. Nicht der Klick macht das Bild, sondern das Licht, das Loch, die Linse, der Abstand der Person oder eines Objekts zum Licht, zum Loch, zur Linse. Ein Arrangement, das Zeit in Anspruch nimmt und Zeit lässt zum SEHEN. In «vercheert» kann das Publikum, Kinder und Erwachsene, einen Moment der Entschleunigung erfahren und eigene Bilder entwickeln
Sichtbarkeit – Auf der Bühne ist alles sichtbar. Vor den Augen des Publikums wird eine grosse Karton-Box gebaut, aus der eine begehbare Kamera entsteht, eine Camera Obscura. Das Licht ist darin wie in einem Bunker gefangen und strahlt durch die gebohrten Löcher nach aussen. Die beiden Fotografen verfolgen ihre Absicht, mit der Camera Obscura scharfe und schöne Bilder herzustellen, während die beiden Performerinnen von den Fragen, was ist das, was tun die? umgetrieben werden. Der hell beleuchtete Innenraum der Kiste/Kamera wird für die Performerinnen zur Spielwiese in der sie verschiedene Emotionen, Figuren, Geschichten ausprobieren.
Verkehrt – Die Bilder, die von Kiste/Kamera nach aussen projiziert werden, stehen auf dem Kopf und lösen bei den Zusehenden den Drang aus, sie umzudrehen, sie richtig hinzustellen. Dazu muss jedoch im Inneren der Kamera das Bild auf dem Kopf stehen. Das Innere der Box und die projizierten Bilder im Aussenraum sind nicht dasselbe. Die beiden Performerinnen reagieren auf dieses paradoxe Phänomen, untersuchen es, versuchen herausfinden, was da geschieht, während die beiden Fotografen, mit Linsen und Projektionsflächen fantastische Bildwelten kreieren, die Box wird immer mehr zu einem surrealen Gebilde, in dem die räumliche Orientierung verschwimmt. Oben, unten, links rechts, Grössenverhältnisse ändern sich. Wird das Licht in der Kiste ausgemacht und im Aussenraum wieder angemacht, finden wir uns wieder in der altbekannten Realität. In der Erinnerung bleibt die verkehrte Welt.

Mit freundlicher Unterstützung von : Stadt Zürich Kultur, Kanton Zürich, Kulturstiftung des Kantons Thurgau, Ernst Göhner Stiftung, Stanley Thomas Johnson Stiftung

Mit verschiedenen visuellen Experimenten wird auf der Bühne das Sehen erforscht.
Verblüffende Bilder entstehen. Es darf gestaunt werden.

In Zeiten, da schon am Kinderwagen ein Ipad montiert ist, auf dem bunte, bewegte Digitalbilder flimmern, die das auf dem Rücken liegende Kind stillhalten, will Gubcompany mit seiner neuen Produktion V E R C H E E R T (Arbeitstitel) einen Gegenimpuls setzen, der Neugierde wecken soll und Kindern und Erwachsenen das Erlebnis vermittelt, wie Bilder entstehen. Genauso wie das Gehen, Sprechen, Lesen, Schreiben, lernt ein Kind das Sehen. Ein kleines Kind, das einen neuen Gegenstand entdeckt, klammert sich daran fest und untersucht ihn mit allen Sinnen. Es tastet, riecht, schmeckt, untersucht ihn mit den Augen, versucht herauszufinden, ob er einen Ton von sich gibt. Dieser Prozess lässt sich auch auf das Sehen übertragen. Mit der Camera Obscura ist es möglich, zu zeigen, wie ein Bild entsteht, wie es sich verändert, wie Licht, Schatten, Schärfe, Unschärfe Bilder beeinflussen, wie mit einfachsten Mitteln auch Kinder Bilder herstellen können; nicht nur mit einem Click, wo bloss abgebildet wird, sondern mit dem Spiel von Licht, Schatten und Linsen. Kinder erleben, dass sie Bildern nicht einfach ausgeliefert sind. Sie können selber Bilder schaffen, Bilder beeinflussen, eigene Bildwelten schaffen, die sich von den vorgefertigten, medial aufbereiten Bildern, denen sie schon von klein auf ausgesetzt sind, unterscheiden.

«WIE DIE WELT VON MORGEN AUSSEHEN WIRD, HÄNGT IN GROSSEM MASS VON DER EINBILDUNGSKRAFT JENER AB, DIE GERADE JETZT LESEN LERNEN.»   Astrid Lindgren

 

Team

Gubcompany: Christine Rinderknecht/Heinz Gubler: künstlerische Leitung; Roland Amrein: Produktionsleitung

Jojakim Cortis & Adrian Sonderegger, Jojakim Cortis, geboren 1978 in Deutschland, und Adrian Sonderegger, geboren 1980 in der Schweiz, lernten sich an der Zürcher Hochschule der Künste in der Schweiz kennen. Beide haben Fotografie studiert und ihre Zusammenarbeit begann während des Unterrichts und dauert bis heute an. Seit ihrem Abschluss im Jahr 2006 haben sie als freie Fotografen und Dozierende für verschiedene Kunstschulen gearbeitet. Ihre Fotografien wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt, ua am Festival «Images» in Vevey (CH), im Museum Folkwang in Essen (D), Museum of Metropolitan Art (US), in der Fotostiftung Schweiz (CH) und im C / O Berlin (D). sowie auf Festivals in Frankreich, Polen, Schweden und China. Ihr Buch «Double Take», welches sie 2018 veröffentlichten, wurde in englischer Sprache von Thames & Hudson in Großbritannien und den USA, in deutscher Sprache von Lars Müller Publisher (CH) und in japanischer Sprache von Seigensha (JP) veröffentlicht. We began our collaborative work during our studies at ZHDK in 2005. Ever since, we have continued our collaboration.
We conceive and manufacture surreal worlds in compositions of «staged» photography. www.ohnetitel.ch


Maria Rebecca Sautter, Physical Actress (Schauspielerin, Sängerin)In verschiedenen Produktionen in der freien Szene und am Theater Neumarkt zu sehen. u.a. 2017 Crisi di Nervi, Theater am Neumarkt, R. Jacques Palminger/ Carsten Meyer, 2018 Göttinnen des Pop, Theater Luzern, Julia Wissert. 2018 Karl Marx, das Kapital als Musical, Fabriktheater Rote Fabrik, Schröder, Komarow, Arnold. www.mariarebeccasautter.ch

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Vera Bommer ist 1982 in Zug geboren und im Tessin aufgewachsen.2007 schloss sie die Schauspielausbildung an der Zürcher Hochschule der Künste ab und war anschliessend am Nationaltheater Mannheim engagiert. Neben Gastauftritten am Konzert Theater Bern und am Theater Biel/Solothurn war sie festes Ensemblemitglied am Theater Kanton Zürich und zuletzt am Schauspielhaus Graz. 2015 hat sie unter der Regie von Tim Zulauf in Tunis am Theaterfestival Dream City gespielt. In der SRF TV Serie „Seitentriebe“ unter der Regie von Güzin Kar ist Vera Bommer als Nele zu sehen. www.verabommer.com


Iulia Benze, geboren 1988 in Rumänien, ein Jahr vor dem Fall der kommunistischen Diktatur. Sie studierte klassisches Drama, das auch TV einbezog an der Bebes- Bolyai Universität in Cluj Napoca, Rumänien. Ihre künstlerische Neugierde führte sie nach dem Studium in verschiedene spartenübergreifende Theaterkonstellationen und schliesslich nach London, wo sie an der Central School of Speech and Drama einen Master in Performance Practices and Researches absolvierte. Seither ist ihre Basis London, wo sie in verschiedenen Formationen eigene Stücke kreiert. Mit Strassentheater Shows ist sie auf der ganzen Welt unterwegs, u.a. in Australien und in China. http://iuliabenze.com/


Hansueli Trüb (Lichtdesign/ Coach Licht- und Schattenspiele). Freischaffender Figuren- und Schattenspieler. Geboren 1951 in St. Gallen. Lehr- und Wanderjahre am St. Galler Puppentheater. Ausbildung zum Sekundarlehrer und vier Jahre Unterricht. Seit 1980 beruflich tätig als Figurenspieler, Regisseur, Lichtdesigner, Dozent. Auftritte an internationalen Festivals in Deutschland, Österreich, Belgien, den Niederlanden, Bulgarien, Chile und der Schweiz. Mehrfach Regie oder Lichtdesign für Musiktheaterproduktionen von Open Opera in St. Gallen und Regie beim Glarner Madrigalchor sowie Lichtdesign für grosse Landschaftstheaterprojekte mit T-Raumfahrt im Wallis und im Zürcher Oberland. Seit 1993 im Aargau wohnhaft. 1999 Gründung und seither künstlerischer Leiter des Fabrikpalasts, Haus für innovatives Figurentheater. Kursleiter und Dozent für Schattenspiel und Figurenbau an Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen im In- und Ausland. 2004 bis 2016 Kultursekretär von Wettingen. Hansueli Trüb wurde v.a. auch mit seinen eigenwilligen Schattentheaterinszenierungen bekannt, in denen er bildnerisch unkonventionelle Formen und neue Beleuchtungstechniken einsetzt.